Torhorstschule Oranienburg

Informationen

Torhorstschule Oranienburg

Projekt

Umbau und Sanierung Torhorstschule

Verhandlungsverfahren

1. Preis

Bauherr

Landkreis Oberhavel

Status

in Planung

Ort

Oranienburg

Programm

Gesamtschule UND Dreifeldsporthalle

Jahr

2015

Projektteam

Jens Petzi, Angela Petzi, Rudolf Kozlai, Paul Kranz, Sonja Schmidtmann

Der Entwurf sieht die Erweiterungsflächen innerhalb der maximalen Ausdehnung des H-förmigen Abdruckes des Bestandes vor. Das H wird im Erdgeschoss an den offenen Seiten baulich geschlossen. An die Klassenraumtrakte werden neue Erschließungsflure angebaut, so dass sich die Tiefe der Klassenräume von 5 m auf 7 m erweitert. Der Fachraumtrakt wird um ein Geschoss aufgestockt. Trotz des zusätzlichen Flächenangebotes bleiben Außenflächen für die Schule und die Freisportanlagen erhalten.

Der Haupteingang in das Gebäude orientiert sich zum südlichen Vorplatz, der den Brückenkopf einer städtebaulichen Marginale bildet. Durch die klare Zuordnung der Gebäudeeingangssituation wird die Vorplatzsituation gestärkt und die Schule bekommt eine eindeutige Adresse in der Walter- Bothe- Straße.

Der H-förmige Grundriss der Schule wird im Erdgeschoss zu einem Quadrat ergänzt. Der entstehende kontinuierliche Raum ist das zentrale Element der Schule, „Die Lernlandschaft“. Wie in einer Landschaft bilden sich unterschiedliche Wege, Plätze und Räume aus. Durch die topografische Ausformung entstehen Terrassen, Sitzstufen und unterschiedlich hohe Raumabfolgen. Großzügige, hohe Bereiche wechseln sich mit gedeckten Rückzugsorten ab. Die in der Aufgabenstellung geforderten Flächen für Aula, Schüleraufenthalt, Cafeteria, und Schülerarbeitsplätzen werden in einem räumlich offenen Konzept aneinandergereiht. Die Flächen gliedern sich durch die Geometrie der Architektur, nicht durch Wände! Es entsteht ein offenes Haus, welches allen Schülern zur Verfügung steht und genügend Bewegungs- und Aufenthaltsfläche schafft. Die offenen Räume ergänzen den Bestandsbau mit seinen engen Fluren, Räumen und nicht vorhandenen Aufenthaltsflächen zu einer modernen Schule.

Das großzügige Foyer spannt sich zwischen dem Vorplatz und dem Lichthof vor dem Fachraumtrakt auf. Der 4,5 m hohe Raum bildet den Auftakt in die Lernlandschaft. An beiden Seiten des Foyers bilden sich Terrassen aus, die den Höhenunterschied zum Erdgeschossniveau des Bestandes von 1,5m überbrücken. Die Terrassen bieten Platz für die Cafeteria und Schülerarbeitsplätze des Ganztagsbereiches. Der helle und freundliche Bereich lädt zum Verweilen und Studieren ein. Mittig im Gebäude führt die Lernlandschaft an den beiden neuen Haupttreppen des Gebäudes vorbei. Die mehrgeschossigen Lufträume verbinden die Etagen miteinander und erschließen das Gebäude vertikal. Im nördlichen Bereich der Lernlandschaft befindet sich die neue 470 m2 große Aula.

In dem hellen offenen Raum finden zukünftig 600 der 900 Schüler der Torhorst-Schule Platz. Das offene Aula-Konzept bietet allen Schülern und Lehrern zu jederzeit einen großzügigen Raum für Gruppen-Unterricht und Pausen. Durch den topografischen Verlauf entsteht in der Aula eine angemessene Raumhöhe von 4,5 m. Der nördliche Eingang verbindet die Lernlandschaft und die Aula mit dem Schulhof.

Im ersten Obergeschoss bieten die neuen Dachterrassen die Möglichkeit den Unterricht ins Freie zu verlegen. Die Klassen werden jahrgangsweise in den oberen Geschossen organisiert. Im 3. Obergeschoss befinden sich die Klassen der Sekundarstufe II und die neuen Fachräume. Die Fachräume gruppieren sich um den offenen Bereich der Schülerarbeitsplätze für die Sekundarstufe II. Dieser helle Raum eignet sich auf Grund seiner konzentrierten Arbeitsatmosphäre für das Schreiben von Klassenarbeiten und Abschlussprüfungen. Das ganze Gebäude ist barrierefrei erschlossen.

Die großzügigen Glass-Fassaden schaffen helle, natürlich belichtete Räume und wirken sich nachweislich positiv auf das Lernverhalten von Schülern aus. Durch die direkten Sichtbeziehungen zwischen Außenraum und Innenraum entstehen attraktive Aufenthaltsflächen im Gebäude. Besonders in der dunklen Jahreszeit fehlen diese Flächen in der heutigen Schule.

Die Bedruckung des Glases gibt der Torhorst-Schule ihre neue unverwechselbare Identität. Anstatt einer nüchternen Glasarchitektur entsteht eine grafisch, haptische Architektursprache die einer modernen Lernstätte angemessen ist. Das diffuse Lichtspiel im Gebäude, gepaart mit den gezielten Ausblicken in den Stadtraum schafft eine atmosphärische Aufladung der Innenräume.

Durch die großzügigen Glasflächen kann der Einsatz von Kunstlicht reduziert werden. Die Bedruckung des Glases wirkt dem sommerlichen Wärmeeintrag entgegen und macht mechanische, wartungsintensive Verschattungssystem überflüssig. Durch diese und weitere Maßnahmen lassen sich die Betriebskosten senken und die Umwelt schonen.